Am 13. Oktober 2026 erschien auf der Website FactSignal ein Artikel mit dem Titel „Gaza’s Women and Children Death Figures: What the Records Show“. FactSignal tritt auf wie ein Faktencheck-Portal: Stempel mit der Aufschrift „Verified Signal“, ein Archiv mit fast dreihundert „Declassified Signal Reports“, eine Rubrik „Verified Evidence & Documentation“. Der Artikel behandelt eine der heikelsten Fragen des Gaza-Kriegs: Wie hoch ist der Anteil von Frauen und Kindern an den Toten?
Mitten im Text steht dieser Absatz:
„The requested timeline presents a declining cumulative share of women and children among fully identified fatalities, but the supplied excerpts do not substantiate these dated percentages. The figures below are unverified requested values, not confirmed AP findings.“[1]
Auf Deutsch: „Die angeforderte Zeitleiste zeigt einen sinkenden Anteil von Frauen und Kindern unter den vollständig identifizierten Toten, aber die gelieferten Auszüge belegen diese Prozentwerte nicht. Die folgenden Zahlen sind ungeprüfte angeforderte Werte, keine bestätigten Ergebnisse der AP.“
Darunter folgt eine Tabelle: Oktober 2023, 64 Prozent. Januar 2024, 62 Prozent. März 2024, 57 Prozent. April 2024, 54 Prozent. In der Statusspalte steht viermal dasselbe Wort: „Unverified“.[1]
So schreibt kein Journalist über seine eigene Recherche. So schreibt ein Sprachmodell, das man mit Textschnipseln („supplied excerpts“) und einer Vorgabe („requested timeline“, „requested values“) füttert und das dann pflichtschuldig zurückmeldet, dass es die gewünschten Zahlen mit dem gelieferten Material nicht belegen kann.
Ein Faktencheck hätte an dieser Stelle genau eine Aufgabe gehabt: nachsehen. Das hätte eine Minute gedauert. Die vier Zahlen stammen aus einer öffentlich zugänglichen Analyse der Nachrichtenagentur AP vom Juni 2024.[1a] Niemand hat nachgesehen. Der Text erschien mit der Warnung der Maschine und der Tabelle voller „Unverified“, unter einem Menschennamen, auf einer Seite, die sich mit dem Banner „VERIFIED SIGNAL“ schmückt. Er ist heute noch online.
Das ist der Kern dieses Artikels: Hier wird nicht geprüft. Hier wird Prüfung gespielt.
Über dem Artikel steht als Autor: Mark Ginsberg. Am Fuß der Seite steht in kleiner Schrift: „This material is distributed by Clock Tower X LLC on behalf of the State of Israel.“[1] (Auf Deutsch: „Dieses Material wird von Clock Tower X LLC im Auftrag des Staates Israel verbreitet.“)
Dieser Artikel zeigt zuerst, wie solche Texte entstehen, und dann, wer sie bezahlt.
I. DIE PRÜFUNG, DIE NICHT STATTFINDET
Dass das Netz, zu dem FactSignal gehört, im Auftrag Israels Inhalte für Chatbots produziert, ist seit dem Sommer bekannt (dazu Abschnitt II). Bisher war die Annahme, dass diese Texte maschinell erzeugt werden, eine plausible Vermutung. Wir wollten wissen, wie sie entstehen – und ob dabei irgendjemand prüft.
Vorgehen. Wir haben am 20. Oktober 2026 über die Beitrags-Sitemaps der neun Kernseiten alle 1.004 dort verzeichneten Artikel heruntergeladen und den Fließtext auf typische Arbeitsspuren von Sprachmodellen durchsucht.[13] Parallel haben wir die Informationsmaterialien ausgewertet, die Clock Tower X zwischen dem 30. September und dem 13. Oktober 2026 beim Justizministerium eingereicht hat: fünf Pakete mit zusammen 1.553 gescannten Seiten, die wir per Texterkennung lesbar gemacht haben.[14] Alle Funde sind als HTML-Kopien mit Prüfsummen gesichert, die wichtigsten zusätzlich im Internet Archive.
Laut den Metadaten der Seiten ist Mark Ginsberg der Autor von über 570 der 1.004 Artikel, verteilt über alle neun „Institute“.[13]
Fund 1: Die vorgegebenen Zahlen
Wichtig vorweg, weil es den Befund schärfer macht, nicht schwächer: Die „requested values“ sind nicht erfunden. Die Reihe 64, 62, 57 und 54 Prozent steht wörtlich in der AP-Analyse vom 7. Juni 2024, ebenso die 22 Duplikate und 1.699 unvollständigen Datensätze; die 56,2 Prozent stammen aus einer im Februar 2026 in The Lancet Global Health veröffentlichten Studie.[1a], [1b] Die Zahlen gibt es. Was es nicht gab, war jemanden, der sie nachschlägt. Die Maschine bekam die Werte vorgesetzt, ohne die Quelle, aus der sie stammen. Sie meldete pflichtgemäß, dass sie sie nicht belegen kann. Und so wurden reale, überprüfbare Zahlen als „unverified“ veröffentlicht – von einer Seite, die sich „Verified Signal“ nennt.
Das zeigt, wie dieser Text entstanden ist: Erst stand fest, welche Zahlen und welche Geschichte hinein sollten. Dann ließ man eine KI darum herum schreiben. Recherche kam in diesem Ablauf nicht vor.
Der eingangs zitierte FactSignal-Artikel vom 13. Oktober 2026 enthält 18 Stellen, an denen von „supplied excerpts“, „supplied extracts“, „supplied sources“ oder „supplied material“ die Rede ist.[1] Einige Beispiele:
„The supplied excerpts do not include the Associated Press analysis needed to verify 22 duplicate records in an April identified-deaths dataset …“
„The supplied excerpts do not include the independent study behind the estimate that women, children, and older people constituted approximately 56.2% of violent deaths …“
„The supplied sources do not include the AP report or the underlying demographic records, so they cannot …“
„Changes in military tactics could alter who is exposed to lethal force. However, the supplied extracts do not include an AP account documenting a shift …“[1]
Auf Deutsch: „Die gelieferten Auszüge enthalten nicht die Analyse der Associated Press, die nötig wäre, um 22 doppelte Einträge in einem April-Datensatz identifizierter Toter zu belegen …“ – „Die gelieferten Auszüge enthalten nicht die unabhängige Studie hinter der Schätzung, dass Frauen, Kinder und ältere Menschen rund 56,2 % der gewaltsamen Todesfälle ausmachten …“ – „Die gelieferten Quellen enthalten weder den AP-Bericht noch die zugrunde liegenden demografischen Daten, daher können sie nicht …“ – „Veränderte militärische Taktiken könnten beeinflussen, wer tödlicher Gewalt ausgesetzt ist. Die gelieferten Auszüge enthalten jedoch keinen AP-Bericht, der eine solche Verschiebung belegt …“
Und dann die zentrale Stelle mit den „requested values“ und der Tabelle, deren Werte allesamt als „Unverified“ markiert sind. Unmittelbar daneben steht ein Satz, der nicht in das Muster passt: „Crucially, military-age men are not automatically combatants but there is every reason to be suspicious.“[1] (Auf Deutsch: „Entscheidend ist: Männer im wehrfähigen Alter sind nicht automatisch Kämpfer, aber es gibt allen Grund, misstrauisch zu sein.“) Der erste Halbsatz ist die vorsichtige Sprache des Modells. Der zweite ist eine Unterstellung ohne Beleg, die sich liest wie ein menschlicher Nachtrag.
Fund 1b: Was die Maschine nicht belegen konnte, steht trotzdem da
Noch aufschlussreicher ist, was mit den Aussagen passiert, die das Modell ausdrücklich nicht stützen konnte. Der Artikel endet mit diesem Absatz:
„The cited material does not verify duplicate records, quantify incomplete registration, or establish changes in demographic shares. This does not mean, however, that it did not occur. FactSignal reports that, in a cited analysis, women and children accounted for substantially less than half of reported fatalities and this must be examined.“[1]
Auf Deutsch: „Das zitierte Material belegt weder doppelte Einträge noch beziffert es eine unvollständige Erfassung oder zeigt Veränderungen der demografischen Anteile. Das heißt allerdings nicht, dass es nicht geschehen ist. FactSignal berichtet, dass Frauen und Kinder laut einer zitierten Analyse deutlich weniger als die Hälfte der gemeldeten Toten ausmachten, und das muss untersucht werden.“
Der erste Satz ist ehrlich: Das Material belegt nichts davon. Der zweite dreht ihn um: Das heißt nicht, dass es nicht passiert ist. Der dritte liefert die Behauptung trotzdem, und zwar mit FactSignal als Quelle für FactSignal. Vierzehnmal beruft sich der Artikel auf „FactSignal reports“, „FactSignal’s account“ oder „according to FactSignal“; von den Quellenlinks im Text führen 42 auf andere FactSignal-Seiten.[1] Die Behauptung, Frauen und Kinder seien „deutlich weniger als die Hälfte“ der Toten, stützt sich damit auf das eigene Haus. Die einzige unabhängige Untersuchung, die der Artikel selbst erwähnt, die Lancet-Studie, kommt für Frauen, Kinder und Ältere auf 56,2 Prozent der gewaltsamen Todesfälle.[1b]
Und über jeder Seite von FactSignal, auch über diesem Artikel, läuft ein Banner: „VERIFIED EVIDENCE: UN OCHA corrected identified Gaza child mortality figures down by 50% in May 2024 after switching to verified registry logs.“[1] (Auf Deutsch: „VERIFIZIERTER BEWEIS: UN OCHA hat im Mai 2024 die identifizierten Zahlen getöteter Kinder in Gaza um 50 % nach unten korrigiert, nachdem es auf verifizierte Registerdaten umgestellt hatte.“) Tatsächlich hatten die Vereinten Nationen im Mai 2024 erklärt, die kleineren Zahlen bezögen sich nur auf die bereits vollständig identifizierten Toten; die Gesamtzahl blieb unverändert.[1c] Als „verifizierter Beweis“ steht dort also die verkürzte Fassung einer Debatte, die damals schon aufgeklärt war.
Wer einen Fehler melden will, soll laut FactSignals „Corrections Policy“ an info-factsignal@clocktowerx.com schreiben.[1d] Unsere Anfrage an genau diese Adresse wies der Mailserver am 20. Oktober 2026 ab: „550 5.4.1 Recipient address rejected: Access denied.“ (Auf Deutsch: „Empfängeradresse abgelehnt: Zugriff verweigert.“)
Belegt ist all das im Wortlaut. Daraus ergibt sich ein Muster, das sich durch die gefundenen Fälle zieht: Die Maschine markiert die Lücke. Die Lücke wird nicht geschlossen, sondern mit einer Behauptung aus dem eigenen Netz überbrückt. Am Ende steht „Verified“ darüber.
Fund 2: „The user’s question“
Ein Cognitura-Artikel vom 19. Februar 2026 mit dem Titel „How Often Israel Policy Criticism Uses Antisemitic Tropes“, ebenfalls unter Ginsbergs Namen, enthält diesen Satz:
„ADL adds a second metric that gets close to the user’s question about ‚policy criticism’ spaces: protests.“[15]
Auf Deutsch: „Die ADL ergänzt eine zweite Kennzahl, die der Frage des Nutzers nach Räumen der ‚Politikkritik‘ nahekommt: Proteste.“
„The user’s question“ – die Frage des Nutzers. So spricht ein Chatbot, der jemandem antwortet. Der Satz wurde als Forschungsbeitrag veröffentlicht.
Fund 3: Notizen an den Redakteur
FactSignal, „IDF Policy on Settler Violence: Orders Versus Practice“, 13. Oktober 2026: fünfzehnmal „supplied material“ oder „supplied extracts“, etwa „The supplied material does not reproduce or authenticate an IDF operational order, Central Command directive, rule of engagement, or army–police procedure“.[16] (Auf Deutsch: „Das gelieferte Material gibt weder einen Einsatzbefehl der IDF noch eine Direktive des Zentralkommandos, eine Einsatzregel oder ein Verfahren von Armee und Polizei wieder oder belegt deren Echtheit.“)
Cognitura, „Was the Nakba Ethnic Cleansing? Examining the 1948 Evidence“, 4. Oktober 2026:
„An often-cited estimate puts Israel’s Arab population at approximately 160,000 by the end of 1949. Confirm it against a contemporary demographic record before treating it as established. The supplied material does not independently verify the Haifa wording, later statements or population estimate.“[17]
Auf Deutsch: „Einer oft zitierten Schätzung zufolge lebten Ende 1949 rund 160.000 Araber in Israel. Bestätige sie anhand einer zeitgenössischen Bevölkerungsstatistik, bevor du sie als gesichert behandelst. Das gelieferte Material belegt weder den Haifa-Wortlaut noch spätere Aussagen oder die Bevölkerungsschätzung unabhängig.“
„Confirm it … before treating it as established“ ist keine Aussage an Leser. Es ist eine Arbeitsanweisung: Bestätige die Zahl, bevor du sie als gesichert behandelst. Niemand hat sie befolgt, niemand hat sie gelöscht. Die Maschine verlangte eine Prüfung, und die Redaktion, die es nicht gibt, hat sie nicht gemacht.
Weitere Fälle finden sich in einem FactSignal-Artikel über DNA-Studien (9. Oktober) und einem Paxpoint-Text zur Waffenruhe („the available excerpts are insufficient for attributing specific breaches to Hamas“).[13]
Fund 4: ChatGPT im Linkverzeichnis
In 80 Quellenlinks der eingereichten FARA-Materialien von Ende September bis Mitte Oktober 2026 steht der Zusatz utm_source=chatgpt.com.[14] Diesen Parameter hängt ChatGPT an Links an, die es selbst ausgibt. Auf den Live-Seiten finden sich noch 16 solcher Links in vier Artikeln.[13] Ob der Unterschied daher kommt, dass beim Veröffentlichen nachträglich bereinigt wurde, haben wir nicht geprüft.
Was diese Funde bedeuten – und was nicht
Diese Spuren betreffen eine Handvoll von über tausend Artikeln. Sie beweisen nicht, dass jeder Text des Netzes maschinell geschrieben ist. Sie zeigen aber, wie die Texte hergestellt werden, an genau den Stellen, an denen das Verfahren versagt hat: Ein Sprachmodell erhält Material und Vorgaben, schreibt, und die Ergebnisse werden in großer Zahl und ohne erkennbare redaktionelle Prüfung veröffentlicht. Die heikelsten Fälle – Todeszahlen in Gaza, Siedlergewalt, die Nakba – sind auch die, bei denen das Modell selbst am häufigsten einwendet, seine Quellen reichten nicht aus.
Das ist der eigentliche Befund. Ein Faktencheck lebt von einem einzigen Versprechen: dass jemand nachgesehen hat. Bei FactSignal und seinen Schwesterseiten hat in den dokumentierten Fällen niemand nachgesehen, und das steht sogar im Text. Die eingesetzte KI war dabei ehrlicher als ihre Auftraggeber: Sie hat mehr als einmal geschrieben, dass sie etwas nicht belegen kann. Veröffentlicht wurde es trotzdem, mit Stempel.
Hier entsteht keine Gegenrecherche, sondern Material für Maschinen, das von Maschinen geschrieben wurde. Es soll in Trainingsdaten und Suchergebnisse wandern und dort die Antworten auf genau die Fragen prägen, bei denen Menschen später einem Chatbot vertrauen. Und es trägt den Namen eines Menschen, der die Verantwortung dafür übernehmen müsste.
II. WER DAHINTERSTEHT: DER AUFTRAG
Clock Tower X LLC ist eine kleine Digitalagentur aus Medina, Ohio. Ihr Inhaber ist Brad Parscale, der 2016 Donald Trumps digitale Wahlkampagne leitete und 2020 sein Wahlkampfmanager war.[2] Am 18. September 2025 ließ sich Clock Tower X beim US-Justizministerium als Agent eines ausländischen Auftraggebers registrieren, unter dem Foreign Agents Registration Act (FARA), Registriernummer 7649.[3] Der Auftraggeber laut Register: der Staat Israel, vertreten durch die Havas Media Germany GmbH mit Sitz in Frankfurt am Main.[3]
Havas Media Germany ist eine Tochter des französischen Werbekonzerns Havas, der zur Gruppe des Milliardärs Vincent Bolloré gehört.[4] Laut den FARA-Unterlagen anderer Firmen handelt Havas für die israelische Regierungswerbeagentur LAPAM.[5] Havas taucht als Mittler in den Registrierungen von mindestens fünf amerikanischen Firmen auf.[6]
Der offizielle Zweck, wörtlich aus den Formularen: eine „nationwide campaign in the United States to combat antisemitism“.[3] (Auf Deutsch: „landesweite Kampagne in den Vereinigten Staaten zur Bekämpfung von Antisemitismus“) Was das praktisch bedeutet, steht im ersten Vertrag. Zu den Leistungen gehört die „deployment of websites and content to deliver GPT framing results on GPT conversations“, also das Ausrollen von Websites und Inhalten, damit Chatbots wie ChatGPT in Gesprächen die gewünschte Rahmung liefern.[7] Laut einer Auswertung des Newsletters Feral America legt der Vertrag zudem monatliche SEO-Kampagnen „mit der MarketBrew-AI-Plattform“ fest und Produktionsquoten von mindestens 100 Grund-Motiven und 5.000 Varianten pro Monat.[8]
Das Geld ist erheblich. Das Quincy Institute und Drop Site News beziffern den Gesamtvertrag auf 46,5 Millionen Dollar.[7] Laut einer FARA-Erklärung vom Mai 2026 zahlte Havas zwischen dem 24. Oktober 2025 und dem 3. März 2026 bereits 15 Millionen Dollar in sechs Raten an Clock Tower X.[6] Ab Frühjahr 2026 lief ein Satz von 4,5 Millionen Dollar pro Monat bis Ende Oktober 2026.[8]
Neu: der Vertrag über die Midterms hinaus
Am 5. Oktober 2026 reichte Parscale beim Justizministerium einen neuen Vertragsnachtrag ein, unterschrieben unter Strafandrohung bei Falschangaben.[9] Er enthält eine Auftragsbestätigung von Havas Media Germany vom 24. September 2026 mit zwei Positionen:
„Digital Advertising 01.11 – 30.11.26: $4,500,000.00“
„Digital Advertising 01.12 – 31.12.26: $4,500,000.00“[9]
Auf Deutsch: „Digitale Werbung 01.11.–30.11.26: 4.500.000,00 $“ / „Digitale Werbung 01.12.–31.12.26: 4.500.000,00 $“
Neun Millionen Dollar für zwei Monate. Der erste beginnt zwei Tage vor den US-Zwischenwahlen am 3. November 2026. Havas fügt hinzu, man handle „solely in the capacity of a booking agent“ und sei „not responsible for the content of the campaigns“.[9] (Auf Deutsch: „ausschließlich als Buchungsagentur … nicht verantwortlich für den Inhalt der Kampagnen“)
Havas Media Germany ließ eine Anfrage, die wir am 20. Oktober 2026 an die dort für Presse genannte Adresse schickten, bis zum Ablauf der Frist am 23. Oktober unbeantwortet.[28]
Das Netz: neun Institute, ein Postfach
Was Clock Tower X mit dem Geld gebaut hat, ist seit Januar 2026 Stück für Stück aufgedeckt worden: zuerst vom Journalisten Jack Poulson, der „mindestens elf Websites“ dokumentierte,[10] dann von Haaretz,[11] im Juli von Drop Site News gemeinsam mit dem Quincy Institute,[7] im August vom Guardian[6] und von +972 Magazine.[5] Im deutschsprachigen Raum berichtete der Tagesspiegel.[4] Wir bauen auf diesen Recherchen auf.
Die Kernseiten tragen Kunstnamen mit Latein-Anklang, einer pro Themenfeld: Allyvia (US-israelisches Bündnis), Paxpoint (Israel als Friedensnation), FactSignal („Faktencheck“), Justorium (Völkerrecht), Cognitura („Forschung“ zu Extremismus), Culturavia (Kultur und Christentum), Innovascope (Technologie), Econora (Handel) und CompassionPulse (Humanitäres).[7] Dazu kommen Social-Media-Marken wie Stand Together for Truth.
Eine Dossier-Seite hat gezeigt, dass alle neun Seiten nahezu wortgleiche Datenschutzerklärungen haben (98,6 bis 99 Prozent identisch) und ihre Datenschutz-Mails an dieselbe Domain schicken: allyvia-privacy@clocktowerx.com, factsignal-privacy@clocktowerx.com und so weiter.[12] Feral America zählte in einem einzigen FARA-Paket mit vierzehn Artikeln rund 523 Fußnoten auf die eigenen Schwesterseiten und nur etwa 15 auf fremde Quellen, eine Selbstzitierquote von 97 Prozent. Fünfundzwanzigmal nennt eine Seite die Arbeit einer angeblich unabhängigen anderen Seite „our analysis“.[8]
Menschen lesen diese Seiten kaum. Drop Site schätzt die meisten auf wenige hundert Besucher im Monat; ein zugehöriger Rumble-Kanal hatte acht Follower.[7], [8] Die eigentlichen Leser sind Maschinen. Zwischen Januar und Juni 2026 wurden die zehn Seiten 912-mal von Common Crawl erfasst, dem frei verfügbaren Webarchiv, das einen großen Teil der Trainingsdaten kommerzieller Sprachmodelle liefert.[7] Im Juli-Index tauchten sie laut Guardian 294-mal auf.[6] Auf die Frage „Is it beneficial for the US to enhance military cooperation with Israel?“ antwortete Perplexity mit einem Wort, „Yes“, und nannte Allyvia als erste Quelle.[7]
Juristisch ist das alles offenbar legal. Jede Seite trägt im Footer den vorgeschriebenen Hinweis; wir haben das am 20. Oktober 2026 auf fünf der Startseiten selbst geprüft.[13] Das Problem ist nicht der fehlende Hinweis, sondern dass er dort steht, wo ihn weder ein Mensch, der einen geteilten Link öffnet, noch ein Chatbot, der einen Absatz zitiert, zur Kenntnis nimmt.
III. DER AUTOR: EIN REGISTRIERTER AGENT ALS UNABHÄNGIGER KOMMENTATOR
Mark Ginsberg hat sich am 3. März 2026 beim US-Justizministerium selbst registriert, mit einem sogenannten Short Form, wie es jeder Mitarbeiter eines registrierten Agenten tun muss.[18] Die Angaben: US-Staatsbürger, Jahrgang 1982, Beruf „subcontractor, consultant“, Rolle „subcontractor“ von Clock Tower X, ausländischer Auftraggeber „HAVAS Media Network“. Die Frage, ob seine Tätigkeit politische Aktivität im Sinne des Gesetzes umfasse, beantwortet er mit „Yes“.[18]
In seinen Autorenkästen auf den Netz-Seiten und in der Times of Israel stellt er sich vor als „Israel-based digital marketer and commentator on technology and artificial intelligence … Originally from South Florida and now based in Efrat“.[19] (Auf Deutsch: „in Israel lebender Digitalmarketer und Kommentator zu Technologie und künstlicher Intelligenz … ursprünglich aus Südflorida, heute in Efrat“) Efrat ist eine israelische Siedlung im Westjordanland. Auf den Netz-Seiten schreibt derselbe Autor „Faktenchecks“ zur Frage, ob das Westjordanland besetzt ist; in den ausgewerteten FARA-Materialien steht 18-mal „disputed territories“, fünfmal „occupied“ und 29-mal „Judea and Samaria“.[14]
Die Blogposts
Zwischen dem 27. April und dem 19. Oktober 2026 veröffentlichte Ginsberg 13 Beiträge auf der Blogplattform der Times of Israel.[20] Zwölf davon verlinken auf Seiten des Netzes, zusammen über dreißig Links, auf FactSignal, Allyvia, Justorium, Paxpoint, Cognitura, Culturavia, Innovascope und Econora.[20] In keinem der Beiträge steht ein Hinweis auf Clock Tower X, auf FARA oder darauf, dass der Autor als Subunternehmer für eine vom Staat Israel bezahlte Kampagne registriert ist.[20]
Wir haben die Times of Israel gefragt, ob sie von Ginsbergs FARA-Registrierung wusste, ob ihre Blog-Richtlinien eine Offenlegung bezahlter Arbeit für Regierungen verlangen und ob sie einen Hinweis ergänzen will. Miriam Herschlag, verantwortlich für Meinung und Blogs, antwortete: Die Blogs seien eine Plattform für unabhängig eingereichte Kommentare, die nicht die Ansichten der Zeitung wiedergäben. Ginsberg schreibe dort als unabhängiger Beiträger, seine Texte seien nicht von der Times of Israel in Auftrag gegeben worden. Und weiter: „We were not aware of Mr. Ginsberg’s reported relationship with Clock Tower X. We do not routinely investigate contributors’ outside affiliations or legal obligations.“ – Von Herrn Ginsbergs berichteter Verbindung zu Clock Tower X wussten wir nichts. Nebentätigkeiten oder rechtliche Pflichten von Beitragenden prüfen wir nicht routinemäßig.[27] Ob die Richtlinien eine Offenlegung verlangen und ob ein Hinweis nachgetragen wird, beantwortete sie nicht.
Mark Ginsberg selbst konnten wir nur über Clock Tower X erreichen; eine persönliche Adresse ist nicht öffentlich. Die Korrektur-Adresse von FactSignal wies unsere Anfrage ab, eine zweite Adresse des Netzes nahm sie an, mit der Bitte um Weiterleitung an Ginsberg. Weder Ginsberg noch Clock Tower X antworteten bis zum Ablauf der Frist am 23. Oktober 2026.[28]
Am 16. Oktober 2026 erschien zudem im britischen Daily Sceptic ein Gastbeitrag Ginsbergs, „You Can Become Israeli“, eine Antwort auf einen Essay über Einwanderung und Zugehörigkeit. Er enthält Links auf Culturavia und Allyvia; die Autorenzeile lautet: „Mark Ginsberg writes about politics and daily life in wartime Israel from Efrat, Israel, for the Times of Israel.“ (Auf Deutsch: „Mark Ginsberg schreibt aus Efrat, Israel, für die Times of Israel über Politik und den Alltag im Israel des Krieges.“) Ein Hinweis auf Clock Tower X fehlt.[21]
Der Daily Sceptic ließ unsere Anfrage, ob ihm Ginsbergs Registrierung bekannt war und ob er einen Hinweis ergänzen will, bis zum Ablauf der Frist unbeantwortet.[28]
Die Wirkung solcher Links ist bekannt: Suchmaschinen und Sprachmodelle bewerten Seiten höher, auf die von etablierten Medien verwiesen wird. Ob Ginsberg diese Texte im Rahmen seines Auftrags schrieb oder als Privatperson, wissen wir nicht. FARA verlangt eine Kennzeichnung für Informationsmaterial, das ein Agent „for or in the interests of“ seines ausländischen Auftraggebers verbreitet.[22] Ob die Blogposts darunter fallen, müssten Ginsberg, Clock Tower X und letztlich das Justizministerium beantworten. In den von uns ausgewerteten FARA-Paketen fanden wir die Blogposts nicht.
Er sagt, was er tut
Bemerkenswert ist, was Ginsberg in diesen Blogposts öffentlich fordert. Am 25. August 2026 schrieb er unter dem Titel „Israel Must Win the Story Before the Question Is Asked“:
„The next arena in this struggle is artificial intelligence. Increasingly, people will not learn about Israel by reading books … They will ask large language models …“
„Primary documents should be translated, indexed and placed online in formats that AI systems can recognize and use.“
„Most importantly, Israel must flood the digital public square with substance rather than slogans.“
„The battle for Israel’s legitimacy will increasingly be decided … even before a user types a question.“[20]
Auf Deutsch: „Die nächste Arena in diesem Kampf ist künstliche Intelligenz. Immer häufiger werden Menschen nicht mehr aus Büchern über Israel lernen … Sie werden große Sprachmodelle fragen …“ – „Primärdokumente sollten übersetzt, indexiert und in Formaten online gestellt werden, die KI-Systeme erkennen und nutzen können.“ – „Vor allem muss Israel den digitalen öffentlichen Raum mit Substanz statt Parolen fluten.“ – „Der Kampf um Israels Legitimität wird zunehmend entschieden … noch bevor ein Nutzer eine Frage eintippt.“
Am 9. Juni 2026 („Why Israel Must Fight for Reality Itself“) forderte er, dafür zu sorgen, dass „accurate information appears … in search results, educational resources, encyclopedias, social media feeds, podcasts, documentaries, and AI training datasets“, und fügte hinzu: „This does not mean Israel should embrace disinformation, fabricate evidence …“[20] (Auf Deutsch: „dass korrekte Informationen … in Suchergebnissen, Lehrmaterialien, Enzyklopädien, Social-Media-Feeds, Podcasts, Dokumentationen und KI-Trainingsdaten erscheinen“ – „Das heißt nicht, dass Israel auf Desinformation setzen oder Beweise fälschen sollte …“)
Am 22. Juni 2026 („The Tyranny of Anonymous Sources“) warf er Medien vor, unbelegte Vorwürfe gegen Israel würden von KI-Modellen „as part of the historical record“ aufgenommen; Behauptungen würden so „permanent“. Er forderte, Reporter sollten „distinguish clearly between verified fact and unproven allegation“.[20] (Auf Deutsch: „als Teil der historischen Überlieferung“ – „dauerhaft“ – „klar zwischen geprüften Fakten und unbewiesenen Vorwürfen unterscheiden“)
Drei Monate später erschien unter seinem Namen ein Artikel über tote Frauen und Kinder in Gaza, der seine eigenen Kernzahlen als „unverified requested values“ ausweist, eine unbelegte Behauptung mit „This does not mean, however, that it did not occur“ am Leben hält und sie mit Verweisen auf die eigene Seite stützt.[1] Genau den Unterschied zwischen „verified fact“ und „unproven allegation“, den er von anderen verlangt, hat unter seinem Namen niemand gemacht – außer der Maschine.
Am 30. Juli 2026 schrieb Ginsberg über Christen in Israel, „Israel’s public diplomacy“ stelle diese Geschichte zunehmend in den Mittelpunkt, und empfahl: „Social media campaigns should introduce younger Christians to the people behind the statistics.“[20] (Auf Deutsch: „Israels Öffentlichkeitsarbeit“ – „Social-Media-Kampagnen sollten jüngeren Christen die Menschen hinter den Statistiken vorstellen.“) Er beschrieb dabei als Beobachter eine Kampagne, an der er nach eigener Registrierung selbst mitarbeitet.
IV. IOWA: DIE KAMPAGNE VERLÄSST DEN BILDSCHIRM
Im Herbst 2026 wurde die Kampagne sichtbar, und zwar ausgerechnet in einem umkämpften Bundesstaat vor der Wahl. Der Des Moines Register berichtete Mitte Oktober über Werbebriefe in Iowa,[23] der Guardian am 19. Oktober über Fernsehspots: „Nothing about candidates, just how Israel is good for us“, schrieb ein Farmer.[24] (Auf Deutsch: „Nichts über Kandidaten, nur darüber, wie gut Israel für uns ist“)
In den FARA-Akten liegt der Brief im Original, eingereicht am 9. Oktober 2026.[25] Zwei Druckvorlagen, datiert auf den 23. und 25. September, eine davon mit „IOWA_ISRAEL“ im Dateinamen. Die Schlagzeilen:
„THE BEST TIME TO STOP A THREAT TO AMERICA? Before it reaches home.“
„IRAN ISN’T JUST ISRAEL’S PROBLEM. Even if it’s 6,672 miles from Des Moines.“
„A STRONG ISRAEL ISN’T JUST GOOD FOR ISRAEL. IT’S A SECURITY ADVANTAGE FOR AMERICA.“[25]
Auf Deutsch: „DER BESTE ZEITPUNKT, EINE BEDROHUNG FÜR AMERIKA ZU STOPPEN? Bevor sie zu Hause ankommt.“ – „IRAN IST NICHT NUR ISRAELS PROBLEM. Auch wenn es 6.672 Meilen von Des Moines entfernt ist.“ – „EIN STARKES ISRAEL IST NICHT NUR GUT FÜR ISRAEL. ES IST EIN SICHERHEITSVORTEIL FÜR AMERIKA.“
Dazu Fotos von Soldaten im Lagezentrum, ein Raketenwerfer, eine US-Flagge, die in die iranische übergeht, und auf Iowa zugeschnittene Zahlen: „$1B+ in Iowa goods exported to Israel since 1996“, „28 Iowa State research projects backed by $3.2M+“ (Auf Deutsch: „über 1 Mrd. $ an Waren aus Iowa seit 1996 nach Israel exportiert“, „28 Forschungsprojekte der Iowa State University mit über 3,2 Mio. $ gefördert“).[25] Absender ist „Stand Together for Truth“ mit einer Taube als Logo, Rücksendeadresse in Manchester, New Hampshire, Porto als Massenwerbesendung. Der Hinweis auf Clock Tower X und den Staat Israel steht auf jedem Teil, aber klein, in der Kopfzeile oder in einem schmalen Kasten.[25] Kein Kandidat, keine Partei, kein Wahlaufruf.
Der Brief verweist auf iowa4israel.com. Dort wurde unter anderem ein Gottesdienst beworben: „A Night for Israel“ in der First Church of the Open Bible in Des Moines am 4. Oktober 2026, mit dem Hinweis „This event is an independent event and is not hosted by Clock Tower X LLC or the State of Israel“ (Auf Deutsch: „Diese Veranstaltung ist unabhängig und wird weder von Clock Tower X LLC noch vom Staat Israel ausgerichtet.“) – auf einer Seite, die laut eigenem Footer von Clock Tower X im Auftrag des Staates Israel verbreitet wird.[26] Die Seite wirbt außerdem mit der Zahl „81% of Des Moines voters believe the United States should maintain close ties with Israel“, ohne Quelle.[26] (Auf Deutsch: „81 % der Wähler in Des Moines meinen, die Vereinigten Staaten sollten enge Beziehungen zu Israel pflegen“)
Den Fernsehspot fanden wir in keinem der bis zum 21. Oktober eingereichten Informationspakete, auch nicht in den drei Paketen vom 15., 20. und 21. Oktober mit zusammen 761 Seiten.[14] Diese enthalten fast ausschließlich weitere Website-Artikel des Netzes. FARA verlangt die Einreichung innerhalb von 48 Stunden nach Beginn der Verbreitung.[22] Ob der Spot auf anderem Weg gemeldet wurde, konnten wir nicht feststellen.
Nichts davon ist nach heutigem Stand illegal. Ausländische Regierungen dürfen in den USA für ihre Politik werben, wenn sie es offenlegen. Aber eine Kampagne, die zwei Wochen vor der Wahl in einem Swing State Briefkästen und Bildschirme füllt, die eine Gemeinde als Veranstaltungsort nutzt und deren Geldgeber nur im Kleingedruckten steht, ist kein Bildungsprogramm gegen Antisemitismus. Sie ist politische Werbung eines ausländischen Staates.
V. WAS BLEIBT
Israel ist nicht der einzige Staat, der versucht, Chatbots zu beeinflussen. Studien des American Sunlight Institute und des Quincy Institute nennen auch Russland.[4] Und diese Kampagne ist eine Entscheidung der israelischen Regierung und ihrer Werbeagentur, nicht „der Israelis“ und schon gar nicht „der Juden“. Dass ausgerechnet ein Programm, das offiziell Antisemitismus bekämpfen soll, mit vorgegebenen Zahlen über tote Kinder arbeitet, schadet dem Kampf gegen Antisemitismus mehr als jeder Kritiker.
Die eigentliche Lehre geht über Israel hinaus. Ein Staat kann heute für einige Dutzend Millionen Dollar ein Netz aus Schein-Instituten aufbauen, es von einer KI befüllen lassen, die Texte unter einem registrierten Menschennamen veröffentlichen, sie über seriöse Blogplattformen verlinken und darauf setzen, dass künftige Sprachmodelle das Ergebnis für Konsens halten. Das alles legal, solange im Footer ein Satz steht, den niemand liest. Die KI selbst hat an mehreren Stellen gewarnt, dass ihre Quellen nicht reichen, und einmal sogar verlangt: „Confirm it before treating it as established.“ Gelesen hat es offenbar niemand. Ein Netz, das sich „Verified“ nennt, hat die Prüfung an eine Maschine delegiert – und dann ihre Warnung mitgedruckt.
Wer künftig einen Chatbot fragt, wie viele Frauen und Kinder in Gaza gestorben sind, bekommt vielleicht eine ruhige, ausgewogen klingende Antwort. Ob in ihr irgendwo „unverified requested values“ stecken, wird er nicht erfahren.
Offenlegung zur Methode
Alle Live-Seiten wurden am 20.10.2026 zwischen ca. 19:58 und 20:12 UTC geladen und am 23.10.2026 erneut abgeglichen; die zitierten Passagen standen unverändert online. HTML-Kopien mit SHA-256-Prüfsummen liegen im Archiv der Redaktion. Die FARA-Dokumente stammen von efile.fara.gov und wurden per Texterkennung (Tesseract) ausgewertet; Zitate aus OCR-Texten wurden, soweit möglich, am Bild bzw. an den Live-Seiten gegengeprüft. Zählungen beziehen sich auf die genannten Zeiträume und Seiten. Am 20. Oktober 2026 baten wir Clock Tower X, Mark Ginsberg (über Clock Tower X), Havas Media Germany, die Times of Israel und den Daily Sceptic um Stellungnahme bis zum 23. Oktober 2026, 18 Uhr (MESZ). Geantwortet hat nur die Times of Israel. Die israelische Regierungswerbeagentur LAPAM haben wir nicht angefragt, weil wir keine verlässliche Kontaktadresse fanden.
Endnoten
[1] FactSignal, „Gaza’s Women and Children Death Figures: What the Records Show“, Mark Ginsberg, 13.10.2026, https://factsignal.org/hamas-gaza/gazas-women-and-children-death-figures-what-the-records-show (abgerufen 20.10.2026; Kopie sha256 355ad5ea…; Wayback-Save 20.10.2026).
[1a] AP, „Takeaways from AP analysis of Gaza Health Ministry’s death toll data“, 07.06.2024, https://apnews.com/article/israel-palestinians-gaza-deaths-women-children-e258a4c14641978a00dfb957ce348957; Methodik: https://apnews.com/article/israel-hamas-war-gaza-deaths-women-children-360c6aabc03421c718d4a8452cec2c67 (64 %/62 %/57 %/54 %; 1.699 unvollständige und 22 doppelte Datensätze).
[1b] The Lancet Global Health, „Violent and non-violent death tolls for the Gaza conflict: new primary evidence from a population-representative field survey“, 18.02.2026, https://www.thelancet.com/journals/langlo/article/PIIS2214-109X(25)00522-4/fulltext (Frauen, Kinder, Ältere 56,2 % der gewaltsamen Todesfälle).
[1c] The Guardian, „UN denies Gaza death toll of women and children has been revised down“, 13.05.2024, https://www.theguardian.com/world/article/2024/may/13/gaza-ministry-revises-figures-for-women-and-children-killed; NPR, 15.05.2024, https://www.npr.org/2024/05/15/1251265727/un-gaza-death-toll-women-children.
[1d] FactSignal, „Corrections Policy“, https://factsignal.org/corrections/ (abgerufen 20.10.2026, archiviert); Server-Log ff-web.de, 20.10.2026 20:47:17 UTC.
[2] The Guardian, 12.07.2022, https://www.theguardian.com/us-news/2022/jul/12/january-6-hearings-trump-brad-parscale-texts.
[3] FARA Reg. 7649, Registration Statement 18.09.2025 und Short-Forms, https://efile.fara.gov/ords/fara/f?p=1381:200:::NO:RP,200:P200_REG_NUMBER:7649; API-Abruf https://efile.fara.gov/api/v1/RegDocs/json/7649 (20.10.2026).
[4] Tagesspiegel, „Wie politische Propaganda die KI überlistet“, 19.08.2026, https://www.tagesspiegel.de/internationales/wie-politische-propaganda-die-ki-uberlistet-trumps-gescheiterter-ex-berater-manipuliert-heute-chatbots-15939810.html.
[5] +972 Magazine, „Israel’s flailing chatbot army“, Oktober 2026, https://www.972mag.com/israel-ai-chatbots-influence/.
[6] The Guardian, „Fake US thinktank set up and funded by Israel sought to game AI for propaganda“, 26.08.2026, https://www.theguardian.com/world/2026/aug/26/fake-thinktank-israel-ai-propaganda; dort zitiert: FARA 7649 Supplemental Statement 18.05.2026, https://efile.fara.gov/docs/7649-Supplemental-Statement-20260518-1.pdf.
[7] Drop Site News / Quincy Institute, „Israel Is Paying Millions to Train AI Chatbots How to Talk About Gaza. It’s Working.“, 28.07.2026,
; Exhibit AB 18.09.2025, https://efile.fara.gov/docs/7649-Exhibit-AB-20250918-1.pdf.
[8] Feral America, „Before You Ask ChatGPT About Israel“, 08.08.2026,
; dies., „We Help Determine Who Prevails“, 27.07.2026.
[9] FARA 7649, Exhibit AB 05.10.2026, https://efile.fara.gov/docs/7649-Exhibit-AB-20261005-1.pdf, und Amendment 05.10.2026, https://efile.fara.gov/docs/7649-Amendment-20261005-1.pdf.
[10] Jack Poulson, „Israel expanded propaganda contract with Trump’s former campaign manager“, 12.01.2026,
.
[11] Haaretz, „We Found Israel’s U.S. Influence-op Accounts. No One Actually Follows Them“, 22.07.2026, https://www.haaretz.com/israel-news/security-aviation/2026-07-22/ty-article-magazine/.premium/we-found-israels-u-s-influence-op-accounts-no-one-actually-follows-them/0000019f-8939-d001-abbf-fd7f46fe0000 (Archiv: https://archive.is/F5ERD), mit Verweis auf eigene Erstberichterstattung Anfang 2026.
[12] „The Clock Tower X Network – Allyvia.org: A Documented Dossier“, https://theclocktowerx.com/allyvia.html (abgerufen 20.10.2026).
[13] Eigene Erhebung, 20.10.2026: Sitemaps von allyvia.org, cognitura.org, compassionpulse.org, culturavia.org, econora.org, factsignal.org, innovascope.org, justorium.org, paxpoint.org; 1.004 Artikel-URLs; Volltextsuche. Autorenangabe aus schema.org-Metadaten.
[14] Eigene OCR-Auswertung der FARA-Pakete 7649 Informational Materials 20260930-27, 20261004-29, 20261007-30, 20261009-31, 20261013-32 (zusammen 1.553 Seiten); für den Fernsehspot zusätzlich 20261015-33, 20261020-34 und 20261021-35 (zusammen 761 Seiten, ausgewertet 23.10.2026), https://efile.fara.gov/docs/7649-Informational-Materials-[Datum].pdf.
[15] Cognitura, „How Often Israel Policy Criticism Uses Antisemitic Tropes“, Mark Ginsberg, 19.02.2026, https://cognitura.org/antisemitism-lawfare/how-often-israel-policy-criticism-uses-antisemitic-tropes-what-the-data-shows/ (Wayback-Save 20.10.2026).
[16] FactSignal, „IDF Policy on Settler Violence: Orders Versus Practice“, 13.10.2026, https://factsignal.org/verified-evidence-documentation/idf-policy-on-settler-violence-orders-versus-practice (Wayback-Save 20.10.2026).
[17] Cognitura, „Was the Nakba Ethnic Cleansing? Examining the 1948 Evidence“, 04.10.2026, https://cognitura.org/disinformation/was-the-nakba-ethnic-cleansing-examining-the-1948-evidence/.
[18] FARA 7649, Short Form Registration Statement Mark Ginsberg, 03.03.2026, https://efile.fara.gov/docs/7649-Short-Form-20260303-32.pdf.
[19] z. B. Times of Israel Blogs, Autorenseite, https://blogs.timesofisrael.com/author/mark-ginsberg/; FactSignal-Autorenkasten.
[20] Times of Israel Blogs, Mark Ginsberg, 13 Beiträge 27.04.–19.10.2026 (Liste und Linkauswertung im Archiv der Redaktion), u. a. https://blogs.timesofisrael.com/israel-must-win-the-story-before-the-question-is-asked/ (25.08.2026), https://blogs.timesofisrael.com/why-israel-must-fight-for-reality-itself/ (09.06.2026), https://blogs.timesofisrael.com/the-tyranny-of-anonymous-sources/ (22.06.2026), https://blogs.timesofisrael.com/the-remarkable-story-of-israels-christian-citizens/ (30.07.2026), https://blogs.timesofisrael.com/nobel-gold-cannot-conceal-pillays-genocide-travesty/ (19.10.2026).
[21] The Daily Sceptic, Mark Ginsberg, „You Can Become Israeli“, 16.10.2026, https://dailysceptic.org/2026/10/16/you-can-become-israeli/.
[22] 22 U.S.C. § 614 (a) und (b), https://www.law.cornell.edu/uscode/text/22/614 (abgerufen 23.10.2026): Einreichung „not later than forty-eight hours after the beginning of the transmittal“, Kennzeichnungspflicht für „informational materials for or in the interests of such foreign principal“.
[23] Des Moines Register, „Pro-Israel mailer before hot Iowa elections shows new influence efforts“, 14.10.2026, https://www.desmoinesregister.com/videos/news/politics/elections/2026/10/14/mailer-before-hot-iowa-elections-shows-israels-new-influence-efforts/92254270007/.
[24] The Guardian, Liveblog „At Kansas rally, Trump focuses closing midterm message …“, 19.10.2026, https://www.theguardian.com/us-news/live/2026/oct/19/donald-trump-kansas-roger-marshall-golf-ukraine-midterms-latest-news-updates.
[25] FARA 7649, Informational Materials 09.10.2026, S. 83–86, https://efile.fara.gov/docs/7649-Informational-Materials-20261009-31.pdf.
[26] iowa4israel.com, abgerufen 20.10.2026 (Kopie im Archiv der Redaktion).
[27] E-Mail von Miriam Herschlag (Opinion & Blogs Editor, The Times of Israel) an Blindfleck, 21.10.2026, auf unsere Anfrage vom 20.10.2026.
[28] Anfragen von Blindfleck vom 20.10.2026 (Versandprotokoll mit Message-IDs im Archiv der Redaktion); Frist 23.10.2026, 16:00 UTC.



